Wormser Zeitung: Startschuss für ein neues Wohngebiet in Rheindürkheim

Häuslebauer dürfen hoffen: Der Bauausschuss des Stadtrates hat den Aufstellungsbeschluss für das „Gleisdreieck“ gefasst. Das Sportplatzgelände wird in den Bebauungsplan integriert.
Startschuss für ein neues Wohngebiet in Rheindürkheim

(Archivfoto: Photoagenten / Andreas Stumpf) 

Die Schienen kommen raus, dann wird das „Gleisdreieck“ bebaut.

WORMS - Schon seit den 70er Jahren ist geplant, das sogenannte „Gleisdreieck“ in Rheindürkheim, eine etwa fünf Hektar große Ackerfläche entlang der B 9 und schräg gegenüber vom Netto-Zentrallager, zum Wohnbaugebiet zu machen. Jetzt hat der Bauausschuss den Weg geebnet, dass das auch tatsächlich passiert. Gegen die Stimme von Karl Müller (FWG-Bürgerforum) hat der Ausschuss der Aufstellung eines Bebauungsplanes zugestimmt. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat in seiner Sitzung am 8. April.

Die von der Bauverwaltung vorgelegte Beschlussvorlage wurde allerdings um zwei Aspekte erweitert. Ursprünglich war vorgesehen, das Richtung Rhein angrenzende Sport- oder Bolzplatzgelände einzubeziehen. Die Art der Bebauung sollte dort aber nicht mithilfe eines Bebauungsplanes, sondern über den umstrittenen Paragrafen 34 Baugesetzbuch geregelt werden. Demnach muss sich ein geplantes Gebäude lediglich „nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen“.

„Wir möchten aber, dass der Bolzplatz in den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan einbezogen wird, damit wir besser kontrollieren können, was dort passiert“, forderte CDU-Fraktionschef Dr. Klaus Karlin. Er nahm damit einen Gedanken seines Parteikollegen Klaus Harthausen auf, der bereits am Morgen genau eine solche Vorgehensweise gefordert und als CDU-Fraktionsvorsitzender des Rheindürkheimer Ortsbeirates eine entsprechende Initiative im Vorortparlament angekündigt hatte. Die ist nun im Grunde nicht mehr nötig, denn der Bauausschuss nahm Karlins Forderung sofort in den Beschluss mit auf. Man einigte sich darauf, den Aufstellungsbeschluss jetzt noch ohne den Sportplatz zu fassen, aber bei der späteren Offenlage dieses Areal in den Bebauungsplan zu integrieren.

Einig war man sich im Ausschuss ebenfalls, dass das Gleisdreieck als Teil des „Masterplanes Wohnen“ zu behandeln ist und 25 Prozent Sozialwohnungen geschaffen werden sollen. Diese Forderung wurde auf Betreiben von Jens Guth (SPD) in den Beschlusstext aufgenommen, um sofort beim Land entsprechende Fördergelder beziehungsweise zinsgünstige Darlehen beantragen zu können.

Grünen-Fraktionschef Richard Grünewald war der Auffassung, dass der direkt vorne entlang der B 9 vorgesehene Gürtel mit dreigeschossigen Wohnblocks nicht reichen könnte, damit der Investor auf seine Kosten kommt. Er regte an, über ein viertes Stockwerk für diese Sozialwohnungen nachzudenken. „Denn nur die Dichte entscheidet am Ende über die Wirtschaftlichkeit.“

Karl Müller (FWG-Bürgerforum) konnte sich entlang der viel befahrenen und deshalb eine entsprechende Geräuschkulisse entwickelnden B9 auch „nicht störendes Gewerbe“ als schützenden Schallriegel vorstellen. Dem widersprach Guido Frohnhäuser, Abteilungsleiter der Stadtplanung im Rathaus, jedoch ausdrücklich. „Im Flächennutzungsplan der Stadt ist hier lediglich Wohnen vorgesehen. Wollten wir Gewerbeansiedlung erlauben, müssten wir erst den Flächennutzungsplan ändern. Das ist jedoch nicht unsere Absicht“, betonte Frohnhäuser. „Außerdem müsste dann der gesamte Verkehr in Richtung Gewerbebetriebe durch das Wohngebiet laufen. Auch das wollen wir vermeiden.“

 

Von Roland Keth