Wormser Zeitung: Positive Signale für Sozialwohnungen in Worms-Rheindürkheim

Die Erschließungsgesellschaft Rheinhessen will im Gleisdreieck auch preisgünstigen Geschosswohnungsbau umsetzen und einen Stadtratsbeschluss umsetzen – sofern die Förderung klappt
Hochwertiges Wohnen und Angebote für Senioren? Der bislang von der Grundschule genutzte Sportplatz am Rhein wird Baugebiet. (Fotos: BK/Ben Pakalski)

Hochwertiges Wohnen und Angebote für Senioren? Der bislang von der Grundschule genutzte Sportplatz am Rhein wird Baugebiet. (Fotos: BK/Ben Pakalski)

RHEINDÜRKHEIM - Die Erschließungsgesellschaft Rheinhessen GmbH soll in enger Abstimmung mit der Bauverwaltung im Rathaus für das geplante Neubaugebiet „Gleisdreieck“ in Rheindürkheim einen Bebauungsplan erstellen. Zudem soll sie für eine planvolle Erschließung und Bebauung sorgen und, das war dem Stadtrat ganz wichtig, außerdem gewährleisten, dass auf dem knapp sieben Hektar großen Ackergrundstück direkt gegenüber des Netto-Zentrallagers 25 Prozent sozialverträgliche Mietwohnungen entstehen. „Wir wollen diese Forderung natürlich umsetzen. Aber wir müssen jetzt erst einmal schauen, ob das überhaupt machbar ist“, betont EG-Geschäftsführer Tim Brauer.

Termin in Mainz soll Klarheit schaffen

Zusammen mit seinem Geschäftsführerkollegen Martin Gerkhardt hat er bereits in der Baubranche vorgefühlt und „positive Signale“ erhalten, dass es wohl Firmen gibt, die sich das zutrauen. Denn anders als früher, als es noch einen ausgeprägten Sozialwohnungsbau mit klar definierter staatlicher Förderung gab, ist die Finanzierung preisgünstigen Wohnraums heute ungleich schwieriger. „Wir haben demnächst einen Termin mit dem Innenministerium und der Investitions- und Strukturbank des Landes, um zu klären, ob und unter welchen Bedingungen sich preisgünstiger Wohnraum schaffen lässt“, kündigt Brauer an.

Momentan ist vorgesehen, in einem sich entlang der B9 erstreckenden Gebäuderiegel mit dreieinhalb Stockwerke aufweisenden Wohnblöcken die 25-Prozent-Vorgabe des Stadtrates umzusetzen. Das wären etwa 80 Wohnungen von rund 150 Einheiten im eigentlichen Gleisdreieck, das so heißt, weil das Gebiet von zwei schon lange stillgelegten Schienensträngen durchzogen wird.

Hinter diesem Riegel sind Doppelhäuser, Einfamilien- und Reihenhäuser geplant. Die Wohnblöcke sollen als Schallschutz für das Areal, das 6,8 Hektar umfasst, dienen. Mit zum Bebauungsplangebiet gehört der angrenzende, Richtung Rhein gelegene und noch einmal etwa einen Hektar große Sportplatz. „Hier können wir uns höherwertiges Wohnen genauso vorstellen wie mehrgeschossige Bauten für seniorengerechte Wohnungen“, skizzieren die beiden Geschäftsführer ihre momentanen Vorstellungen.

Einen weiteren Wunsch des Ortsbeirates zu erfüllen, nämlich für einen Supermarkt zu sorgen, dafür sehen Brauer und Gerkhardt freilich wenig Chancen. „Dazu ist Rheindürkheim zu klein und das Gewerbegebiet in Osthofen zu nah.“

Die Grundschule hat den Sportplatz in der Vergangenheit zwar eher selten benutzt, sie soll trotzdem als Ersatz eine kleine Außensportanlage erhalten, allerdings nach Vorstellung der Erschließungsgesellschaft nicht im Baugebiet. „Wir können uns vorstellen, eine kleine Sportanlage in unmittelbarer Nähe zu einem der beiden Spielplätze in der Damm- oder Rheinuferstraße zu schaffen.“

Die alten Gleisanlagen im Gleisdreieck und im Ortsinneren muss die Erschließungsgesellschaft von der Bahn kaufen. „Es ist alles ausverhandelt, wir warten auf den Vertrag“, berichtet Tim Brauer. Die Schienen bleiben allerdings liegen und werden nicht entfernt. Stattdessen sollen sie weiter zuwachsen und als Grüngürtel erhalten bleiben. Im Ortskern gilt dies auch für einen Teil der ehemaligen Rübenverladestation hinter dem früheren Bahnhofsgebäude.

Neue Kita in der Harpener Straße angedacht

Dieses etwa 3800 Quadratmeter große Brachgelände ist nicht Teil des Bebauungsplanes, kann aber, so Brauer, nach Paragraf 34 Baugesetzbuch bebaut werden – unter Wahrung ökologischer und artenschutzrechtlicher Bestimmungen. Gebäude dort müssten sich in Art und Umfang in die Umgebung einfügen, lautet die gesetzliche Vorgabe. Brauer und Gerkhardt können sich hier Wohnungen, Kleingewerbe oder eine neue Kita vorstellen. Und was wird aus dem unbeschrankten, holpernden Bahnübergang in der Kirchstraße? „Auch da werden wir eine Lösung finden“, versprechen die beiden Geschäftsführer.

Von Roland Keth